S3 für Klimaschutz

Bei meiner Arbeit als Trainer und Coach für effektive agile Selbstorganisation arbeite ich nicht nur für profitorientierte Unternehmen, sondern für den halben Tagessatz auch bei Organisationen die sich meist ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzen.
Ich würde euch gerne einen Einblick in meine Arbeit mit diesen Projekten gewähren, da die Workshops mir immer viel Inspiration und Hoffnung geben. Vielleicht gelingt es mir diese Energie weiter zu geben, um noch mehr Menschen und Projekte dazu zu inspirieren ähnliche Dinge zu tun.

Der Mensch ist nur ein kleiner Teil eines hoch komplexen Ökosystems. Obwohl immer noch nicht mal die wenigen Experten wirklich alle Zusammenhänge in ihrer Ganzheit verstehen, haben wir es geschafft das globale Klima ungünstig zu beeinflussen. Die Wissenschaft nennt das Anthropozän.

Für eine lebenswerte Zukunft ist vor allem der Klimaschutz sehr relevant, nicht nur weil die Atmosphäre wärmer wird, sondern vor allem weil die Klimaveränderungen mit Ressourcenknappheit einen Dominoeffekt auslösen können, der sehr wahrscheinlich unter anderem zu Kriegen und weiteren sozialen Konflikten führt.
Die forschende Wissenschafts-Community hat das schon längst erkannt und mittlerweile auch die Vereinten Nationen überzeugt sich darauf zu einigen, dass wenn wir es nicht schaffen unter 2°C Klimaerwärmung zu bleiben, wir die Folgen nicht abschätzen können und es auf jeden Fall nicht gut für die Menschheit und viele andere Spezies aussieht. Ich kann das quasi aus erster Hand bestätigen, da ich ja in der Zukunft war.

In diese Verantwortung für unser Klima müssen wir als globale Gemeinschaft wohl erst noch hinein wachsen. Die Vereinten Nationen haben es nämlich nicht geschafft sich an die vereinbarte Pariser Klimakonvention zu halten. Es gibt aber einige Helden unserer Zeit, die sich dieser Verantwortung nicht nur bewusst sind, sondern den Klimaschutz selbst in die Hand nehmen, anstatt auf Regularien von oben zu warten. Ich durfte Zeuge sein wie sich Wissenschaftler, Unternehmer, Lokalpolitiker und Menschen aus der Zivilgesellschaft getroffen haben um zu überlegen wie sie den Klimaschutz gemeinsam lokal umsetzen können.

Ausgehend von der Abteilung Stadt- und Regionalentwicklung an der Universität Bayreuth hat ein engagiertes Team von tollen Frauen unter der Feder von Prof. Manfred Miosga zum dritten Mal in Folge das forum1.5 organisiert. Sie arbeiten in der sogenannten „transformativen Forschung”: Die Wissenschaft ist sich bewusst geworden, dass sie eine Verantwortung für gesellschaftlichen Wandel trägt und dieser nachkommen muss ihn mit partizipativen Methoden in eine zukunftsfähige Richtung zu lenken.

Auf dem Forum 1.5 haben sich einige lokale Initiativen vorgestellt und über Synergien mit den Projekten der anderen Anwesenden gesprochen. Es lag eine sehr hoffnungsvolle und vor allem engagierte Stimmung in der Luft. Obwohl die Veranstaltung mit über 60 Leuten gut besucht war, müssten eigentlich noch viel mehr Menschen daran teilnehmen, denn der Klimawandel geht uns eigentlich ALLE an.

Ich durfte einen von fünf interaktiven Workshops leiten: die Wandelwerkstatt „Sinnstiftend vernetzen“.

Mit einigen Werkzeugen aus der Soziokratie 3.0 habe ich die Teilnehmer nicht nur inspirieren können, wie sie ihre eigenen Initiativen effektiver organisieren können, sondern auch wie damit nicht nur interne, sondern auch Kollaboration mit anderen Initiativen und Institutionen einfacher wird. Anschließend haben wir mit den Methoden inhaltlich gearbeitet und uns darauf geeinigt auf folgende Treiber zu reagieren:

Die Menschen sind mitverantwortlich für den Klimawandel. Wenn wir es nicht schaffen den Klimawandel aufzuhalten, wird die Lebensqualität in den nächsten 100 Jahren immer schlechter und viele Menschen, Tiere und Pflanzen werden (aus)sterben.
Wir müssen interdisziplinär, multilateral und ganzheitlich kollaborieren um das Leben mit uns Menschen auf der Erde zu erhalten.

Dieser Treiber dürfte wohl für die gesamte Menschheit relevant sein. Falls Du noch einen Verbesserungsvorschlag hast, dann lass mich gerne deinen Einwand in den Kommentaren wissen. Bedenken gibt es sicherlich viele, aber ich glaube die meisten bringen uns an diesem Punkt nicht weiter.

Aus dem ersten Treiber hat sich für uns auf der Veranstaltung folgender Untertreiber ergeben auf den wir uns geeinigt haben:

Die Vereinten Nationen haben sich 2015 geeinigt, den Klimawandel auf 1,5°C einzugrenzen um die Schäden einzudämmen.
Die hauptverantwortlichen Nationen haben jedoch nicht genug erreicht, um die Konvention einzuhalten.
Wenn wir lokal handeln und Repräsentanten aus Lokalpolitik, Wissenschaft, Unternehmer und der Zivilgesellschaft miteinander kollaborieren, können wir agiler und effektiver dazu beitragen, den Klimawandel einzudämmen.

Um diesen Treiber weiter zu befriedigen, wurde ein Vorschlag ausgearbeitet das Forum 1.5 noch partizipativer weiter zu entwickeln und aus der Universität noch mehr in die Region zu bringen um verstärkt auch Zielgruppen anzusprechen, die, aus welchen Gründen auch immer, bisher noch keinen Fuss auf den Campus gesetzt haben.

Hier gibt es ein ausführliches Protokoll meines Workshops.

Neben meinem Workshop gab es noch folgende Themen:

  1. Kommunale Weichen stellen für den Wandel
    • Hier wurden konkrete nächste Schritte identifiziert
  2. Wie man mit Kommunikationskampagnen mehr Menschen für den Wandel mobilisieren kann
  3. Große Visionen für die Zukunft
    • Unser Projekt zur Änderung der Zukunft auf der Erde hat die Organisatoren inspiriert und ich habe Stefan mitgebracht, den Chronisten der meine Zeitreise dokumentiert, um mit den Teilnehmern in einem Workshop über planetare Grenzen hinweg über zukunftsweisende Lösungen nachzudenken.
  4. Gemeinwohlökonomie umsetzen in der eigenen Kommune oder im eigenen Unternehmen

Im nächsten Forum im Herbst werden partizipativ ausgearbeitete Evaluationskriterien für die Arbeit der Organisation vorgestellt, welche aus dem Forum 1.5 entstehen soll. Das nächste Forum soll nicht mehr in Kleingruppen, sondern im Gesamtplenum durchgeführt werden, was hoffentlich dazu führt, noch mehr Zusammengehörigkeit, Gemeinschaftsgefühl und Verbindlichkeit zu den gemeinsam vereinbarten Strukturen und Zielen zu spüren. Ich würde mich sehr freuen dieses Pionierprojekt weiter unterstützend begleiten zu dürfen.

Ich hoffe ich konnte Dich mit diesem Blogeintrag inspirieren dem Beispiel dieser tollen Initiative zu folgen und Dich mehr lokal zu engagieren. Und falls ja, hilft vielleicht der ein oder andere hier erwähnte Ansatz dabei. Ich bin jedenfalls hochmotiviert diesen Wandel mit zu unterstützen, denn schließlich ist es ja auch meine Mission unsere Zukunft neu zu schreiben. Solltet ihr also ähnliches in eurer Region organisieren wollen, helfe ich sehr gerne mit inklusiver partizipativer Moderation, den effektiven Methoden von Soziokratie 3.0 und dem riesen Berg an tollen zukunftsfähigen Ideen und Werkzeugen, die ich auf meiner Reise bisher kennenlernen durfte. Kontaktiert mich einfach.

 

1 thought on “S3 für Klimaschutz

  • Interessant fand ich auch, dass ich als ich die Treiber formuliert habe, kein Wort für die Zusammenarbeit von verschiedenen gesellschaftlichen Aktionsfeldern wie Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft gefunden habe. Es gibt in unserer Sprache anscheinend kein Wort dafür, weil es bis jetzt nicht nötig war darüber zu reden. Das ist ironisch, denn Ich denke es gibt in dieser Zeit gerade eigentlich nichts Wichtigeres zu besprechen.
    Außerdem hat meine Autokorrektur einige Wörter wie Kollaboration und partizipative Ansätze angekreidet. Diese Wörter scheinen also nicht oft genug verwendet zu werden, damit Sie in den Thesaurus mit aufgenommen werden. Ich finde dadurch wird eigentlich schon klar, warum es soweit gekommen ist, das es im Moment so aussieht als ob wir uns als Spezies nicht nur selbst ausrotten, sondern auch gleich den Großteil allen Lebens auf diesem Planeten dazu. Und mir wird auch nochmal klar, warum der Inhalt meiner Arbeit so wichtig und hochaktuell ist.

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